TRAGAUER Petra
* 1968 in Knittelfeld (AT)lebt und arbeitet in Villach (AT)
Termine
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27/08/2026 7:00 p.m. Vernissage „schmaler Grat“
schmaler Grat
schmaler Grat
27. August – 26. September 2026
Künstlerhaus Klagenfurt
Die Verbindung zwischen dem Triennale-Thema „schwach.šibko.debole“ und dem Titel der Ausstellung „schmaler Grat“ liegt in der Idee der Verletzlichkeit: Wer auf schmalem Grat balanciert, ist anfällig für Störungen – ist „schwach“ gegenüber äußeren Einflüssen. Doch gerade dieser Zustand offenbart eine besondere Qualität des Seins. Wir sind verwurzelt im Hier und Jetzt – und schwebend zugleich. Kunst kann hier ein Zwischenland sein, die Fühler ausstrecken in eine andere Wirklichkeit. Wie ein schwacher Schimmer, der durch die Membran dringt, welche die Welten zu trennen scheint. Auch im künstlerischen Schaffen selbst ist diese Grenzerfahrung allgegenwärtig: in der intuitiven Entscheidung, ob eine Arbeit bereits vollendet ist oder im Eingeständnis des Unzulänglichen besser verworfen wird.
Teilnehmende Künstler*innen aus dem Kunstverein Kärnten:
Niclas Anatol, Michael Bachhofer, Margaretha M. Bauer, Isabel Belherdis, Kerstin Bennier, Frauke Danzer, Herbert De Colle, Romana Egartner, Sigrid Friedmann, Wolfgang Grossl, Christine Huss, JACOPYI, Gabriela Jost, Ulrich Kaufmann, Karin Klimbacher, Brigitte Kranz, Marlies Liekfeld-Rapetti, Ina Loitzl, Ilse Menschick-Hartlieb, Melitta Moschik, Astrid Pazelt, Ina Riegler, Max Seibald, Michael Seyer, Petra Tragauer, Petra Treffner, Inge Vavra, Gertrud Weiss-Richter
Kurator*innen: Rosa Roedelius, Helmut Machhammer, Barbara Ambrusch-Rapp
Vernissage: Donnerstag, 27. August 2026, 19.00 Uhr
Artist Statement
Die Arbeit setzt sich mit dem Zustand unserer Gesellschaft auseinander, die zunehmend von Vereinzelung und dem Verlust gemeinsamer Orientierung geprägt ist. Das Thema schwach.šibko.debole verweist auf eine kollektive Fragilität, die weit über das Individuelle hinausgeht. Der „schmale Grat“ beschreibt dabei die Balance zwischen Zusammenhalt und Zerfall, zwischen Gemeinschaft und Isolation.
Der Ausgangspunkt ist eine katholische Bibel, ein Symbol für eine frühere Form gemeinsamer Werte. Durch das Ausschneiden der Seiten bis auf einen schmalen Rand entsteht ein Buch, das seine inhaltliche Dichte verloren hat. Die dreistufigen Vertiefungen zeigen, wie Schichten von Bedeutung verschwinden. Was bleibt, ist ein Rahmen – ein Echo dessen, was einmal Halt gab.
Am Grund der tiefsten Vertiefung liegt eine einzelne schwarze Perle aus einem alten Rosenkranz. Der Rosenkranz selbst bleibt offen, weil dieses eine Element fehlt. Für mich steht diese Perle für den Einzelnen, der aus einer Gemeinschaft herausfällt, für Menschen, die den Anschluss verlieren, während das soziale Gefüge brüchiger wird. Die offene Kette verweist auf eine Gesellschaft, die sich nicht mehr selbstverständlich zusammenhält.
Das Werk versteht Schwäche als gesellschaftlichen Zustand: als Warnsignal, aber auch als Möglichkeit, neu über Zusammenhalt nachzudenken. Es zeigt, wie leicht Strukturen zerfallen – und wie viel Bedeutung ein einzelnes fehlendes Element haben kann.