Adi Schmölzer
* 1954 in Spittal an der Drau (AT)lebt und arbeitet in Eltendorf (AT)
11 Positionen
Ein Beitrag zur Triennale IVKärnten „schwach.sibko.debole“
In einer herausfordernden Zeit, die das Laute an die Oberfläche spült und Härte sich oft als glorifiziertes Starksein ausgibt, haben wir dazu Künstler*innen eingeladen, dem Leisen unser Gehör zu schenken.
Setzen wir die Schwäche als ästhetische, philosophische und politische Kraft in Szene: nicht als Defizit, Makel oder Versagen, sondern als gesellschaftlichen Impuls für Sensibilität, Mut und das Wahrnehmen eigener und kollektiver Verletzlichkeit. Für das Zarte, Zerbrechliche oder den Moment, in dem noch nichts entschieden ist und sich alles im Entwicklungsprozess bewegt.
Teilnehmende Künstler:innen:
Marjeta Angerer-Guggenberger, Eva Asaad, Peter Bauer, Johannes Farys, Christine Huss, Brigitte Kranz, Wolfgang Kropfitsch, Marlies Liekfeld-Rapetti, Melitta Moschik, Adi Schmölzer, Gertrud Weiss-Richter
Artist Statement
Zu den gezeigten Arbeiten verdichtet sich das Thema „schwach“ und „verletzlich“ zu einer stillen, beinahe tastenden Bildsprache. Die reduzierte Farbigkeit – das dichte Blau und das beinahe verschwindende Weiß – wirkt wie eine bewusste Zurücknahme zugunsten des Wesentlichen. Das Bild selbst wird an die Grenze der Sichtbarkeit geführt. Die Figuren erscheinen nicht als gefestigte Körper, sondern als fragile Zeichen. Sie sind eingeschrieben in ein Geflecht aus Linien, Überlagerungen und Bruchstücken. Verletzlichkeit zeigt sich hier als Durchlässigkeit: Innen und Außen, Form und Auflösung, Präsenz und Verschwinden stehen in einem permanenten Übergang.
Besonders im hellen Werk scheint das Bild fast zu schweigen. Es erscheint als offener, fragiler Raum. Die Linien wirken wie Erinnerungen an Formen, nicht wie deren Behauptung. Es ist, als würde sich das Motiv dem Zugriff entziehen – verwundbar und vorsichtig.
Im blauen Bild hingegen pulsiert unter den Schichten der Oberfläche eine dichtere Energie. Die Zeichen werden rauer, fast widerständig – verwundbar, aber mutig.
Schwäche wird nicht dargestellt, sondern zugelassen. Verletzlichkeit erscheint nicht als Defizit, sondern als Grundbedingung des Menschlichen.