BACHINGER Ernst
Geboren in München (DE)lebt und arbeitet in Kärnten und Wien (AT)
Termine
-
04/07/2026 4:00 p.m. Vernissage „Strukturen, Texturen“ -
08/09/2026 7:00 p.m. Vernissage „Fragil“
Projekte
Artist Statement
Ernst Bachinger, The Comfort of Strangers, 2026
Marker auf Fotoabzug, Plastiklöffel, 70 x 50 x 3,5 cm
„I was born with a plastic spoon in my mouth.“ Dieser Satz manifestiert sich hier in einer radikalen Form des „Schwachen“. Wir sehen nicht nur ein kindliches Gesicht aus Kunststoff – wir sehen einen Torso ohne Arme.
Dem Subjekt wurden die Werkzeuge der Interaktion genommen, es wird zum Objekt. Ohne Arme gibt es kein Handeln, kein Sich-Wehren, kein Gestalten. Es verbleibt die reine, starre Struktur des Ausgeliefertseins. Das Werk zeigt schmerzhaft die Schwachstellen des gesellschaftlichen Gefüges: Wer in eine künstliche, beschränkende Struktur hineingeboren wird, dem fehlen oft die Glieder, um sich daraus zu befreien. Eine Textur aus Ohnmacht und Sprachlosigkeit.
Das amputierte Gefüge
Ein Kind als Puppe aus Plastik. Keine Privilegien, „[…] born with a plastic spoon […]“. Keine Arme.
Dieses Werk zur Triennale IV treibt das Konzept der Fragilität auf die Spitze. Während die glatte, künstliche Oberfläche nach einer Berührung verlangt (der Trost durch Fremde, die Betrachter*innen), verwehrt der fragmentierte Körper jede Gegenwehr. Es ist das ultimative Porträt der Verwundbarkeit. Das Werk kann auch Assoziationen an Kinder wecken, die in vermeintlichen Schutzeinrichtungen Gewalt und Missbrauch erfahren haben.
Die Betrachter*innen sind dazu eingeladen, die Leere zu füllen. Die Puppe kann nicht nach ihnen greifen, sie ist im wahrsten Sinne des Wortes handlungsunfähig. Wie reagieren Sie als Besucher*in auf diese absolute Schwäche? Treten Sie schützend und tröstend näher oder wenden Sie sich angesichts der unheimlichen Starre dieser unvollständigen Erscheinung ab?