Triennale IV Kärnten 2026

Grenzüberschreitendes interdisziplinäres Kunstprojekt

BACHINGER Ernst

Geboren in München (DE)
lebt und arbeitet in Kärnten und Wien (AT)

  • Ernst Bachinger, Mary, roll away the stone + Maybe we don't deserve love, 2026, Fotografie und Grafik, Belichtung auf Fotopapier, kaschiert auf Depafit, Auflage 10 + 1, zweiteilig, je 70 × 55 cm, Dinzlschloss, Villach, Foto: Katharina Acht
    Ernst Bachinger, Mary, roll away the stone + Maybe we don't deserve love, 2026, Fotografie und Grafik, Belichtung auf Fotopapier, kaschiert auf Depafit, Auflage 10 + 1, zweiteilig, je 70 × 55 cm, Dinzlschloss, Villach, Foto: Katharina Acht
  • Ernst Bachinger, The Comfort of Strangers, 2026, Marker auf Fotoabzug, Plastiklöffel, 70 x 50 x 3,5 cm
    Ernst Bachinger, The Comfort of Strangers, 2026, Marker auf Fotoabzug, Plastiklöffel, 70 x 50 x 3,5 cm
  • Ernst Bachinger & FK, Flimmernde Entwicklung, 2026, Foto: Galerie Muh
    Ernst Bachinger & FK, Flimmernde Entwicklung, 2026, Foto: Galerie Muh
  • Ernst Bachinger & FK, Entwicklung in die Tiefe, 2026, Foto: Galerie Muh
    Ernst Bachinger & FK, Entwicklung in die Tiefe, 2026, Foto: Galerie Muh
  • Ernst Bachinger, Change, 2026, Foto: Galerie Muh
    Ernst Bachinger, Change, 2026, Foto: Galerie Muh

Termine

Projekte

Artist Statement

Ernst Bachinger, The Comfort of Strangers, 2026
Marker auf Fotoabzug, Plastiklöffel, 70 x 50 x 3,5 cm

„I was born with a plastic spoon in my mouth.“ Dieser Satz manifestiert sich hier in einer radikalen Form des „Schwachen“. Wir sehen nicht nur ein kindliches Gesicht aus Kunststoff – wir sehen einen Torso ohne Arme.

Dem Subjekt wurden die Werkzeuge der Interaktion genommen, es wird zum Objekt. Ohne Arme gibt es kein Handeln, kein Sich-Wehren, kein Gestalten. Es verbleibt die reine, starre Struktur des Ausgeliefertseins. Das Werk zeigt schmerzhaft die Schwachstellen des gesellschaftlichen Gefüges: Wer in eine künstliche, beschränkende Struktur hineingeboren wird, dem fehlen oft die Glieder, um sich daraus zu befreien. Eine Textur aus Ohnmacht und Sprachlosigkeit.

Das amputierte Gefüge

Ein Kind als Puppe aus Plastik. Keine Privilegien, „[…] born with a plastic spoon […]“. Keine Arme.

Dieses Werk zur Triennale IV treibt das Konzept der Fragilität auf die Spitze. Während die glatte, künstliche Oberfläche nach einer Berührung verlangt (der Trost durch Fremde, die Betrachter*innen), verwehrt der fragmentierte Körper jede Gegenwehr. Es ist das ultimative Porträt der Verwundbarkeit. Das Werk kann auch Assoziationen an Kinder wecken, die in vermeintlichen Schutzeinrichtungen Gewalt und Missbrauch erfahren haben.

Die Betrachter*innen sind dazu eingeladen, die Leere zu füllen. Die Puppe kann nicht nach ihnen greifen, sie ist im wahrsten Sinne des Wortes handlungsunfähig. Wie reagieren Sie als Besucher*in auf diese absolute Schwäche? Treten Sie schützend und tröstend näher oder wenden Sie sich angesichts der unheimlichen Starre dieser unvollständigen Erscheinung ab?

Ernst Bachinger & FK, Entwicklung in die Tiefe
Kunststoff, Größe variabel

Wohin geht eine Entwicklung? Was bringt sie, wird sie von Nutzen sein? Geht es in Richtung Sonne, Wolken, Freiheit oder in die Tiefe, ins Dunkle, ins Gefangensein in den Zwängen der Gesellschaft?