Gertrud Weiss-Richter
* 1942 in Linz (AT)lebt und arbeitet in Klagenfurt am Wörthersee (AT)
11 Positionen
Ein Beitrag zur Triennale IVKärnten „schwach.sibko.debole“
In einer herausfordernden Zeit, die das Laute an die Oberfläche spült und Härte sich oft als glorifiziertes Starksein ausgibt, haben wir dazu Künstler*innen eingeladen, dem Leisen unser Gehör zu schenken.
Setzen wir die Schwäche als ästhetische, philosophische und politische Kraft in Szene: nicht als Defizit, Makel oder Versagen, sondern als gesellschaftlichen Impuls für Sensibilität, Mut und das Wahrnehmen eigener und kollektiver Verletzlichkeit. Für das Zarte, Zerbrechliche oder den Moment, in dem noch nichts entschieden ist und sich alles im Entwicklungsprozess bewegt.
Teilnehmende Künstler:innen:
Marjeta Angerer-Guggenberger, Eva Asaad, Peter Bauer, Johannes Farys, Christine Huss, Brigitte Kranz, Wolfgang Kropfitsch, Marlies Liekfeld-Rapetti, Melitta Moschik, Adi Schmölzer, Gertrud Weiss-Richter
Artist Statement
„Schwach und krank“
Eine Patientenliege in einer Arztpraxis mit gemaltem Hintergrund suggeriert Schwäche, Verletzlichkeit und Hilflosigkeit. Die Erfahrung meines eigenen Unfalls ist hier mit eingeflossen. Ich bin dankbar für die medizinische Versorgung in unserem Land und gleichzeitig erschüttert über die katastrophale Lage in vielen Krisengebieten dieser Welt.
„Schwach und krank in der Siechenanstalt“
Die alte Siechenanstalt Klagenfurt wurde zwischen 1782 und 1784 als Landeskrankenanstalt gegründet und war eine wichtige soziale Einrichtung. Sie war bis 1896 in Betrieb. Heute befindet sich in dem Gebäude eine Musikschule. Auf dem Gebiet des heutigen Klinikums entstand später die Landesirren- und Siechenanstalt. In der NS-Zeit wurden über 700 psychisch kranke und behinderte Menschen von dort deportiert und ermordet.