Triennale IV Kärnten 2026

Grenzüberschreitendes interdisziplinäres Kunstprojekt

MENSCHICK-HARTLIEB Ilse

* 1954 in Oberamlach (AT)
lebt und arbeitet in Klagenfurt (AT)

  • Ilse Menschick-Hartlieb, Farn-Sporangium I, 2024, Holzschnitt, 50 x 30 cm
    Ilse Menschick-Hartlieb, Farn-Sporangium I, 2024, Holzschnitt, 50 x 30 cm
  • Ilse Menschik-Hartlieb, Farnsporangium 2, 2026, Holzschnitt, 50 x 30 cm
    Ilse Menschik-Hartlieb, Farnsporangium 2, 2026, Holzschnitt, 50 x 30 cm
  • Ilse Menschick-Hartlieb, Sprossscheitel, 2026, Linolschnitt, 30 x 30 cm
    Ilse Menschick-Hartlieb, Sprossscheitel, 2026, Linolschnitt, 30 x 30 cm
  • Ilse Menschick-Hartlieb, Schachtelhalm Sprossscheitel, 2026, Inversdruck, 30 x 30 cm
    Ilse Menschick-Hartlieb, Schachtelhalm Sprossscheitel, 2026, Inversdruck, 30 x 30 cm

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Artist Statement

Ilse Menschick-Hartlieb
PFLANZEN SCHNITTE
Kulturhaus Kleiner Saal

In meinen Holzschnitten möchte ich das Kleine, nämlich mikroskopische Gewebestrukturen von Pflanzen sichtbar machen. Durch Überkreuzungen der Linien und die geordnete Aneinanderreihung der Zellen ergeben sich interessante Muster und kraftvolle Drucke.

Mit meiner Serie PFLANZEN-SCHNITTE richte ich den Blick auf eine Welt, die dem bloßen Auge verborgen bleibt: die mikroskopischen Gewebestrukturen von Farnen, Schachtelhalmen und Bäumen.

Was unter dem Mikroskop zunächst zart und unscheinbar erscheint, offenbart sich als hochpräzise Architektur. Feine Zellwände formen Linien, Bänder und vielschichtige Gefüge. Aus ihrer Anordnung entstehen filigrane Muster, stabile Netzwerke und Hohlräume für Wassertransport und Gasaustausch.

Besonders faszinieren mich die natürlichen Schwachstellen der Pflanzen. Sporen- und Samenkapseln besitzen anatomisch vorgegebene Bruchlinien, an denen sie sich zum richtigen Zeitpunkt öffnen. Gerade diese scheinbar schwachen Bereiche ermöglichen Bewegung, Ausbreitung und Erneuerung – sie sind Voraussetzung für neues Leben.

Im Holz- und Linolschnitt übersetze ich diese verborgenen Strukturen in grafische Kompositionen. Der Kontrast von Schwarz und Weiß verdichtet die feinen Gewebe zu Linien, Mustern und transparenten Netzen. So wird sichtbar, dass das Schwache nicht nur Grenze oder Mangel ist, sondern oft die Voraussetzung für Wandel, Funktion und Schönheit.