LASSER Inge
* 1974 in Mauthen (AT)lebt und arbeitet in Hermagor (AT)
Termine
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08/09/2026 7:00 p.m. Vernissage „Fragil“
Fragil
FRAGIL
8. September – 29. Oktober 2026
Dinzlschloss, Villach
Das Zerbrechliche ist allgegenwärtig. In Momenten, die kippen oder in Gegenständen, die zerbersten können. Die Welt im Gesamten ist fragil – in Beziehungen, in der Gesellschaft, in der Natur. Diese interdisziplinäre Jahresausstellung beleuchtet allerdings das Zarte als Zustand, der nicht Schwäche meint, sondern Aufmerksamkeit. Wo etwas instabil ist, entsteht auch Raum für Veränderung. Künstler*innen des Kunstvereins und Gäste zeigen Arbeiten, die Risse nicht verstecken, sondern sichtbar machen. Malerei, Fotografie, Installation, Literatur und Performance verbinden sich zu einem Geflecht aus sensiblen Beobachtungen und offenen Fragen. Die Arbeiten verhandeln Verletzlichkeit im Materiellen wie im Menschlichen, widmen sich fragilen Ökosystemen und der Zerbrechlichkeit unserer gemeinsamen Zukunft. Sie erkunden auch, wie uns Unsicherheiten verbinden können und welche Verantwortung daraus erwächst. Die postWERK-Ausstellung „FRAGIL“ lädt dazu ein, genauer hinzuschauen. Nicht auf das, was sicher steht, sondern auf das, was sich bewegt. Auf das, was im Begriff ist zu zerfallen oder zu wachsen. Ein Weitererzählen über das Sichtbare hinaus.
Ausstellende postWERK-Mitglieder sind Katharina Acht, Barbara Ambrusch-Rapp, Ernst Bachinger, Fabian Freese, Arnold Kreuter, Inge Lasser, Marlies Liekfeld-Rapetti, Anita Wiegele, Christl Wiegele (in memoriam) mit Gastkünstler:innen Marjeta Angerer-Guggenberger, Christina Clar, Jure Markota, Mana Mira.
Vernissage am Dienstag, 8. September 2026 um 19 Uhr
Begrüßung: Isabella Rauter, Ausschuss für Kultur und Diversität
Zur Ausstellung: Kuratorin Barbara Ambrusch-Rapp
Performative Lesung „Häutungen“ von Schriftstellerin Karin Prucha und visual artist Marjeta Angerer-Guggenberger
ORF-Lange Nacht der Museen am Samstag, 3. Oktober 2026 von 18 bis 24 Uhr
18 bis 23 Uhr: Kuratorinnenführungen
19, 20 und 21 Uhr: Performance „Wieso wir uns wiegen“ mit Christina Clar und Phil Yaeger
Die Ausstellung ist Teil der Triennale IV Kärnten 2026 mit dem Thema „schwach.šibko.debole“.
Artist Statement
Die gegenwärtige globale politische Lage hat diese Arbeit entstehen lassen. Was uns selbstverständlich und sicher erscheint, ist verletzlich. Frieden. Demokratie. Freiheit. Wahrheit. Vertrauen. Menschlichkeit. Die Drahtwolke schwebt im Raum, sie steht für dieses fragile Gefüge unseres Zusammenlebens. Sie wirkt leicht und beinahe schwerelos – und zugleich instabil. Die Form ist in Bewegung: zwischen HALT und AUFLÖSUNG, zwischen GLEICHGEWICHT und ZERBRECHEN. So wird die Drahtwolke zu einem Bild für Demokratie. Auch sie besteht aus unzähligen Verbindungen, braucht Spannung und Zusammenhalt und bleibt dennoch verletzlich. Was für uns selbstverständlich geworden ist, kann verloren gehen: FREIHEIT, FRIEDEN, VERTRAUEN, WAHRHEIT, MENSCHENWÜRDE. Ein roter Faden durchzieht die Installation. Er verbindet, hält zusammen, überbrückt Bruchstellen und führt weiter zu den FRAGILEN BLÄTTERN, die benennen, was Demokratie gefährdet und herausfordert: Wenn Wahrheit beliebig wird, wenn Angst regiert, wenn Schweigen bequemer wird als Widerspruch … Der rote Faden kann reißen. Aber er kann auch wieder neu verbunden und weitergeführt werden. Die Arbeit stellt die Frage nach unserer eigenen Verantwortung: Was hält eine Gesellschaft zusammen, wenn Sicherheiten zerbrechen? Was sind wir selbst bereit, beizutragen, zusammenzuhalten? ES LIEGT AN UNS! NIMM DEN FADEN AUF!
– Inge Lasser