KAPLENIG Richard
* 1963 in Kötschach-Mauthen (AT)lebt und arbeitet in Wien und Faak am See, Kärnten (AT)
Termine
-
16/10/2026 7:00 p.m. Vernissage „One More Look“ -
20/11/2026 6:00 p.m. Finissage „One More Look“
One More Look
ONE MORE LOOK
16. Oktober – 20. November 2026
Projektraum Triennale IV Kärnten 2026 des Kunstverein Kärnten
Die Ausstellung „One More Look“ führt ausgewählte künstlerische Positionen der Triennale IV Kärnten 2026 im temporären Projektraum des Kunstverein Kärnten zusammen. Ergänzt wird diese Auswahl durch neue künstlerische Beiträge, die im Projektraum erstmals als Teil der Triennale gezeigt werden. Der Ausstellungstitel lädt zum einen dazu ein, den Werken, die bereits im Rahmen der Triennale an verschiedenen Orten zu sehen waren, ein weiteres Mal und mit neuer Aufmerksamkeit zu begegnen. Zum anderen richtet „One More Look“ unter dem übergeordneten Triennale-Thema „schwach.šibko.debole“ den Blick auf das Subtile, Flüchtige und nicht unmittelbar Erfassbare – auf jene vielschichtigen Ebenen eines Kunstwerks, die sich dem ersten Blick entziehen und sich erst im Verweilen und beim näheren Hinsehen erschließen. Die Ausstellung umfasst verschiedene Medien wie Malerei, Grafik, Fotografie, Skulptur und Installation. In dieser Atmosphäre entsteht ein Ort des Wiedersehens, der die Möglichkeit bietet, Vertrautes neu wahrzunehmen und dem ersten Blick noch einen weiteren folgen zu lassen.
Die Eröffnung wird von einem musikalischen Beitrag des Akkordeonisten Stefan Kollmann begleitet. Er spielt erstmals öffentlich auf dem von Alexander Kopper entwickelten MIDI-Akkordeon „Anahata“, was auf Sanskrit „der ungeschlagene Klang“ bedeutet, und lotet in Improvisationen die neuen Möglichkeiten des Instruments aus.
Teilnehmende Künstler:innen:
Niclas Anatol, Christine Auer & Heinz Innerhofer, Herbert De Colle, Romana Egartner, Michael Fliri, Katya Frei, Lorenz Friedrich, Richard Kaplenig, Brigitte Kranz, Monika Kus-Picco, Helmut Machhammer, Sissa Micheli, Pepo Pichler, Karin Pliem, Thomas Riess, Vlado Stjepić, Gabriel Wartbichler, Elisabeth Wedenig, Gerd Winkler & Marko Zink
Kuratiert von Magdalena Koschat
Projektleiterin der Triennale IV Kärnten 2026
Eröffnung: Freitag, 16. Oktober 2026, 19.00 Uhr
Begrüßung: Igor Pucker, Präsident
Zur Ausstellung: Magdalena Koschat, Kuratorin
Musikalischer Beitrag: Stefan Kollmann (MIDI-Akkordeon)
Finissage: 20. November 2026, 18.00 Uhr
Artist Statement
Richard Kaplenig schafft mit einer schmalen Palette, reduziert auf Schwarz, Grau, Indigo und wenige andere Farben, fotografisch anmutende Formulierungen. Technisch perfekt, platziert er seine Motive in einem offenen, leeren Raum. Kühl und nüchtern, vordergründig von Sachlichkeit bestimmt, entwickeln die perspektivisch exakt erfassten, übergroß in Szene gesetzten Gegenstände eine eigene Körperlichkeit und gewinnen zugleich ästhetischen Eigenwert. Kaplenig hievt seine Sujets in den Status von Kultobjekten. Sie erscheinen schlicht schön, anmutig und begehrenswert. Damit überschreitet, tilgt und verfremdet seine Malerei einen zunächst naheliegenden Realitätsbezug. Es ist also nicht die Wiedergabe von Alltagsgegenständen, welche die Präsenz in Kaplenigs Bildern begründet, sondern das Brechen mit der Realität. Bei Kaplenig mithilfe von Landkarten. Auf die Leinwand geklebt, bilden sie nicht nur einen weiteren Maluntergrund, sondern bringen eine zusätzliche Wirklichkeit als Abstraktion ins Bild. Es ist die in Kartografie erfasste Landschaft, die deutlich lesbar aus den Malschichten herausbricht. Höhenlinien, topografische Beschriftungen, Höhenangaben etc. mutieren nicht nur zu subtilen Gestaltungselementen, sondern verschränken die abstrakte Darstellung von Regionen mit überdimensionierter, realitätsbezogener Gegenständlichkeit.
Textauszug: Dr. Willi Rainer