Triennale IV Kärnten 2026

Grenzüberschreitendes interdisziplinäres Kunstprojekt

KLOOS Luise

* 1955 in Judenburg (AT)
lebt und arbeitet in Graz und Millstatt (AT)

(c) Luise Kloos
(c) Luise Kloos

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Artist Statement

Gib es auf, wenn dich die Verlassenheit weckt

Ausgehend von Christine Lavants Gedicht beschäftige ich mich mit der Frage, was bleibt, wenn der Mensch sich selbst kaum noch erkennen kann. Der „fleckige Spiegel“ wird zum Bild einer brüchigen Identität, der Schatten zum Sinnbild jener Kräfte, die das letzte innere Feuer bedrohen. Gleichzeitig liegt in Lavants Sprache eine leise Gegenbewegung: die Aufforderung, sich dem Kleinen und Lebendigen zuzuwenden. Die „Eisrose“, die durch den Atem Wärme erfährt, und die Meise mit ihrem gelben Brustfleck werden zu Bildern für Erneuerung, Licht und Lebenswillen. In meiner Arbeit interessiert mich diese fragile Grenze zwischen Schwäche und innerer Stärke. Hoffnung erscheint nicht als große Erlösung, sondern als etwas Unspektakuläres, beinahe Übersehbares: ein Atemzug, ein Lichtfleck, ein Vogel im Baum, ein Rest von Wärme. Der „schwache“ Moment wird damit nicht als Scheitern verstanden. Gerade in der Verletzlichkeit kann eine besondere Wahrnehmung entstehen. Das noch vorhandene innere Leuchten wird zum Ausgangspunkt für die Möglichkeit, sich selbst und die Welt wiederzufinden.