Triennale IV Kärnten 2026

Grenzüberschreitendes interdisziplinäres Kunstprojekt

SEIBALD Max

* 1968 in Lienz (AT)
lebt und arbeitet in Wien und Kärnten (AT)

  • Max Seibald, Dancer, 1993, Bronze, Schwarzblech, 215 x 100 x 25 cm, © Max Seibald / Bildrecht, Wien 2026
    Max Seibald, Dancer, 1993, Bronze, Schwarzblech, 215 x 100 x 25 cm, © Max Seibald / Bildrecht, Wien 2026
  • Max Seibald, Dancer, 1993, Bronze, Schwarzblech, 215 x 100 x 25 cm, © Max Seibald / Bildrecht, Wien 2026
    Max Seibald, Dancer, 1993, Bronze, Schwarzblech, 215 x 100 x 25 cm, © Max Seibald / Bildrecht, Wien 2026

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Projekte

Artist Statement

Als Beitrag für die IV. Triennale im Künstlerhaus zeige ich ein frühes skulpturales Werk, welches den thematischen Rahmen „Schmaler Grat“ sowohl formal als auch inhaltlich exemplarisch verhandelt. Die Bronzefigur, bislang nur selten öffentlich gezeigt, markiert einen zentralen Ausgangspunkt meines künstlerischen Schaffens und fungiert als Schlüsselwerk einer frühen Phase.

Die Arbeit thematisiert eine Übergangszone zwischen organischem Wachstumsprinzip und menschlicher Körperlichkeit. In der Verschränkung pflanzlicher Strukturen mit einer vergeistigten, tänzerischen Figur entsteht ein Spannungsfeld zwischen Naturform und kultureller Codierung des Körpers. Diese Ambivalenz manifestiert sich in einer schwebenden, prekären Balance zwischen Aktivität und Passivität, Stabilität und Auflösung.

Die Figur bewegt sich entlang eines Sockels an der Schwelle eines scheinbaren Endpunktes und macht damit das Moment des Dazwischen – des schmalen Grates – räumlich erfahrbar. Während die formale Lesart historisch noch auf Motive der griechischen Mythologie (Apoll/Daphne) verweisen mag, eröffnet die zeitgenössische Perspektive eine Deutung als androgynes Körperbild. Die Arbeit tritt damit in einen aktuellen soziokulturellen Diskurs über Identität, Transformation und Körperkonzepte ein.

– Max Seibald