Triennale IV Kärnten 2026

Grenzüberschreitendes interdisziplinäres Kunstprojekt

Vlado Stjepić

* 1958 in Bosnien und Herzegowina (BA)
lebt und arbeitet in Laibach (SI)

Vlado Stjepić, Noahs Lehrlinge
Vlado Stjepić, Noahs Lehrlinge

Vlado Stjepić: Noahs Lehrlinge

Vlado Stjepić: Noahs Lehrlinge
Schloss Laibach, Fünfeckturm
15. Jänner – 3. Mai 2026

Kuratiert von Dr. Nadja Gnamuš

Das Schiff ist ein kulturologischer Begriff und eine Metapher, die heute den Mikrokosmos einer menschlichen Gemeinschaft veranschaulichen kann – einen utopischen kollektiven Zufluchtsort in der weiten und unsicheren Landschaft der heutigen Welt, die von apokalyptischen Ängsten vor Kriegen, Umweltkrisen sowie politischen und sozialen Konflikten heimgesucht wird. In solchen Konfrontationen sind wir Menschen nicht besser gerüstet als Lehrlinge, die vor allem aus Fehlern und improvisierten Lösungen lernen…

Stjepićs Schiff ist in jeder Hinsicht ein unvollkommenes, improvisiertes, „lehrlingshaftes“ Produkt – ein fast schwereloses Korbgeflecht aus Pappelfurnier, mit Rudern, die eigentlich Rechen sind, und Segeln aus durchlässigem, transparentem Gaze, die vom Rumpf getrennt sind. Mehr als ein Boot ist dieses Objekt dessen Antithese – eine Konstruktion der Dysfunktion und damit auch der Abbau (Umsturz) seiner etablierten Heilsymbolik und der romantischen Hoffnung auf Erneuerung und Neuanfang. Das Objekt ist in Wahrheit kein Schiff, sondern dessen Trugbild und ein blinder Fleck im Auge der Menschheit. Im besten Fall ist es ein „work in progress“ mit offenem Ende.

Text: Dr. Nadja Gnamuš

Artist Statement

Kunst ist für mich nicht nur eine Lebensweise, sondern vor allem eine Form der Hinterfragung des Sinns des eigenen Tuns und Lassens, der (Selbst-)Entdeckung, ein Feld neuer Erfahrungen, ein Raum des Spiels. Sie ist ein Weg der Entdeckung, des Entspinnens, der unerwartete Schöpfungen und kreative Zyklen zutage fördert, die zunächst unverbunden, widersprüchlich erscheinen, bei denen sich aber aus zeitlicher Distanz betrachtet ein roter Faden abzeichnet. Für mich ist die Aufrechterhaltung eines schöpferischen Zustands, der jederzeit in einer Zeichnung oder einem Gemälde explodieren kann, viel wichtiger als die Planung einer Karriere, die Befriedigung des Zeitgeistes und die Verfolgung der Kriterien des kulturellen Umfelds.