Triennale IV Kärnten 2026

Grenzüberschreitendes interdisziplinäres Kunstprojekt

Luise Kloos: Gib es auf, wenn dich die Verlassenheit weckt

21/8 - 27/09/2026
Alte Schule, Millstatt
Luise Kloos, Gib es auf 2, 2026, Acryl auf Himalayapapier, 70 x 50 cm, Foto: Luise Kloos
Luise Kloos, Gib es auf 2, 2026, Acryl auf Himalayapapier, 70 x 50 cm, Foto: Luise Kloos

Künstler*innen

KLOOS Luise

Termine

  • 23/09/2026 7:00 p.m. Finissage mit Buchpräsentation „Luise Kloos: Gib es auf, wenn dich die Verlassenheit weckt“


Das Projekt

Gib es auf, wenn dich die Verlassenheit weckt
Gedicht von Christine Lavant in 13 Bildern von Luise Kloos

Artist in Residence: 21. August – 27. September 2026
Finissage mit Buchpräsentation: 23. September 2026
Alte Schule, Millstatt

Mit freundlicher Genehmigung des Wallstein Verlages

Organisation: kunst&co Millstatt, Karina Mansbart-Povel

 

Buchobjekt
Luise Kloos, Gib es auf, wenn dich die Verlassenheit weckt 2026, Acryl auf Himalayapapier, 70 x 50 cm geschlossen, 70 x 100 cm geöffnet

Seit 2015 beschäftigt sich Luise Kloos intensiv mit den Gedichten von Christine Lavant. Aus dieser langjährigen Auseinandersetzung sind bisher elf Buchobjekte entstanden, in denen Sprache und Bild in einen unmittelbaren Dialog treten. Im Zentrum steht dabei nicht die illustrative Darstellung der Gedichte, sondern der Versuch, ihre emotionalen, körperlichen und existenziellen Zustände in eine eigene bildnerische Sprache zu übersetzen.

Das jüngste Buchobjekt trägt den Titel „Gib es auf, wenn dich die Verlassenheit weckt“ und setzt sich mit einem Gedicht Lavants auseinander, das zwischen Einsamkeit, Verzweiflung, Verletzlichkeit und einem dennoch vorhandenen Lebenswillen oszilliert. Die dreizehn entstandenen Bilder entwickeln sich aus einzelnen Textstellen und deren inneren Bildern. Sie greifen Zustände von Auflösung, Verdichtung, Überlagerung und Leere auf.

Kloos arbeitet mit reduzierten Farben, transparenten Schichten, Spuren, Rasterungen und sich wiederholenden Strukturen. Dunkle Flächen und fragile Linien treffen auf helle, beinahe verschwindende Bereiche. In einem der Bilder erscheint ein schmaler gelber Streifen, der wie ein Rest von Wärme oder Licht durch die Verdichtung der schwarzen und grauen Strukturen führt. Das Kleine und Verletzliche erhält dadurch eine besondere Bedeutung.

Die Arbeiten verstehen „schwach“ nicht ausschließlich als Mangel oder Verlust von Kraft. Vielmehr wird Schwäche als empfindlicher Zustand verstanden, in dem Wahrnehmung besonders offen wird. Wie bei Lavant liegt auch in den Bildern neben der Dunkelheit ein kaum sichtbares Weiterleben. Ein Rest von Licht, eine Spur, eine Linie oder ein Farbfeld kann genügen, um eine Gegenbewegung zur Verlassenheit anzudeuten.

Das Buchobjekt wird so zu einem Raum zwischen Wort und Bild, zwischen Dunkelheit und Hoffnung – und zu einer visuellen Annäherung an die fragile Kraft, die im Schwachen verborgen liegt.

 


Alte Schule, Millstatt

Alte Schule
Stiftgasse 4
9872 Millstatt

kunst&co Millstatt, Karina Mansbart-Povel